Warum ein zweiter Aufschlag genauso wichtig ist wie der erste
Der Unterschied liegt im Druck
Der erste Aufschlag ist wie ein Raketenstart – laut, explosiv, voller Energie. Der zweite jedoch? Das ist der ruhige Landeanflug, bei dem jeder Zentimeter zählt. Wenn du nach dem ersten Fehlversuch sofort wieder einsetzt, spielst du mit dem gleichen Druck, den du gerade erst abgelöst hast. Das ist ein fataler Denkfehler. Hier kommt das zweite Spiel ins Bild: Statt den Ball zu überrollen, musst du ihn gezielt platzieren, das Gegenüber zwingen, in die Defensive zu gehen. Und das ist kein Zufall, das ist Strategie.
Technik, die den Unterschied macht
Viele Spieler glauben, sie würden beim zweiten Aufschlag einfach nur « besser zielen ». Falsch. Der Schlagwinkel, die Schlägerhöhe und die Rhythmusunterbrechung sind entscheidend. Stell dir vor, du wirfst einen Stein ins Wasser – ein kleiner Stich reicht, um große Wellen zu erzeugen. Ein zu flacher Aufschlag versinkt, ein zu steiler fliegt über das Netz. Der Sweetspot muss exakt getroffen werden, sonst verlierst du die Kontrolle.
Hier ein Tipp: Reduziere die Schwungkurve, fokussiere dich auf einen kompakteren Ausholbewegung. Das sorgt dafür, dass du schneller wieder bereit bist, wenn der Rückschlag kommt. Und das ist das eigentliche Ziel – nicht nur den Punkt zu retten, sondern die Rallye zu dominieren.
Mentale Stärke – das unsichtbare Rückgrat
Der zweite Aufschlag ist das Testfeld für deine mentale Widerstandsfähigkeit. Du hast gerade den ersten Fehlversuch geschluckt, das Publikum starrt, der Gegner wartet. Hier liegt die Chance, die Kontrolle zu übernehmen. Denk dran: Jeder Aufschlag ist ein Mini‑Krieg, und du bist der Kommandant. Du musst das Schlachtfeld neu definieren, bevor du überhaupt den Ball triffst.
Ein kurzer Trick: Atme tief ein, zähle „drei“ und wirf den Ball mit einem leichten Lächeln zurück ins Spiel. Das wirkt wie ein Reset-Knopf für das Gehirn. Plötzlich ist der Druck nicht mehr ein Gegner, sondern ein Verbündeter.
Praxisnahes Training
Im Training geht es nicht nur um Wiederholungen, sondern um Variation. Arbeite mit einem Partner, der dir den Ball gezielt zurückspielt, sodass du unterschiedliche Rückschläge üben kannst – Slice, Kick, flach. Baue kurze Intervalle ein, bei denen du nur den zweiten Aufschlag spielst. Das festigt das Gefühl, dass du auch nach einem Fehlversuch sofort wieder in die Spur kommst.
Und noch ein Pro-Tipp: Nimm dir einen Tag pro Woche, an dem du ausschließlich mit dem zweiten Aufschlag startest. Das zwingt dein Gehirn, die Hierarchie umzustellen und die Wichtigkeit neu zu verankern.
Der letzte Schuss
Wenn du das nächste Mal im Match den ersten Aufschlag verlierst, denk daran, dass du nicht einfach nur zurückschwingst – du setzt ein gezieltes, kontrolliertes Signal. Mehr dazu auf tennistipps-de.com. Setz sofort deine Beinmuskulatur ein, halte den Schläger leicht nach unten, und schlag mit einem kurzen, scharfen Schnitt. Aktion statt Zögern – das ist deine Rettungsleine.
